Ätherische Öle im Test: Parodolium® bei Parodontitis

Eine Parodontitis-Behandlung zielt darauf ab, die Bakterienmenge zu reduzieren und so den Entzündungsreiz zu beseitigen. Antibakterielle, ätherische Mundspüllösungen (Parodolium®), die individuell auf das Bakterienspektrum des Patienten abgestimmt wurden, verbesserten klinische Parameter und verminderten bakterielle Plaques.

In einer randomisierten Doppelblind-Studie benutzten die Patienten nach Scaling und Wurzelglättung entweder eine Mundspülung mit ätherischen Ölen (Parodolium®) oder eine Placebospülung (1). Nach drei und sechs Monaten verbesserten sich unter der Parodolium®-Spülung die Sondierungstiefe und das Attachment Level stärker als unter der Placebospülung. Das Zahnfleisch blutete bei Sondierung in der Parodolium®-Gruppe deutlich weniger und zusätzlich senkte die Parodolium®-Mundspülung die Zahl der Parodontitis-Leitkeime.

Als Folge unzureichender Mundhygiene und der dadurch entstehenden Belagsakkumulation kommt es zunächst zu einer Zahnfleischentzündung. Falls der Belag für einen längeren Zeitraum nicht entfernt wird, bildet sich ein supragingivaler Biofilm. Dieser bildet die Lebensgrundlage der hochpathogenen Parodontitis-Leitkeime. Der supragingivale Biofilm fördert entzündliche Reaktionen des Zahnhalteapparates und eine Lockerung der Zähne.

 

Ätherische Öle als Mundspüllösung

Auch ätherische Öle besitzen eine antibakterielle Wirkung. Worauf diese beruht, ist zwar noch nicht endgültig geklärt, Studien deuten jedoch darauf hin, dass ätherische Öle die bakterielle Zellmembran schädigen und dort den lebensnotwendigen Ionenaustausch der Bakterien stören.

Ein besonders stark antibakteriell und antifungal wirkendes ätherisches Öl ist das Lemongrasöl. Es reduziert die Entstehung des Biofilms. Thymianöl wirkt gegen zahlreiche Bakterien und hat eine antientzündliche Komponente. Rosmarinöl wirkt antioxidativ. Die genannten Öle sind Beispiele für die ätherischen Öle, die die Mundspülungen der Parodolium®-Reihe der SymbioVaccin GmbH enthalten. Die oben genannte Studie zeigt nun: Parodolium® verbessert nach einer Parodontitis-Behandlung klinische Parameter, Zahnfleischbluten bei der Sondierung und vermindert bakterielle Plaque-Neubildung.

Parodolium® nach Parodontitis-Behandlung Placebo überlegen

An der randomisierten Doppelblind-Studie nahmen 46 Patienten mit moderater Parodontitis teil. Nach Scaling, Wurzelglättung und der Anwendung von Chlorhexamed® forte zweimal täglich benutzten die Patienten im Alter zwischen 40 und 65 Jahren entweder Parodolium® oder ein Placebo.

Vor der Behandlung entnahm der behandelnde Zahnarzt Bakterienproben aus den Zahnfleischtaschen. Das MVZ Institut für Mikroökologie in Herborn untersuchte die Proben auf die zehn Bakterienarten, die als Leitkeime für eine Parodontitis gelten. Der Zahnarzt maß die Sondierungstiefe, den Attachment Level und wie stark es bei der Sondierung blutete.

Während der ersten beiden Wochen nach der Parodontitis-Behandlung spülten die Studienteilnehmer jeweils nach der Anwendung von Chlorhexamed® forte die Mundhöhle zweimal täglich jeweils 60 Sekunden lang mit fünf Tropfen Parodolium® in einem Glas Wasser aufgelöst oder mit einem Placebo, indem sie die Lösungen durch die Zahnzwischenräume zogen.

Für ihre normale Mundhygiene benutzten die Teilnehmer Zahn- und Interdentalbürsten. Nach drei und nach sechs Monaten kontrollierte der behandelnde Zahnarzt die genannten Werte.

Parodolium® verbessert Parodontitiswerte und mindert bakteriellen Biofilm

Das Studienergebnis: Sowohl in der Parodolium®- als auch in der Placebo-Gruppe verbesserten sich die untersuchten klinischen Parameter. Auch die Gesamtmenge der Bakterien nahm in beiden Gruppen ab.

Beim Attachment Level gab es jedoch beträchtliche Unterschiede: Er besserte sich in der Parodolium®-Gruppe nach drei und nach sechs Monaten deutlich stärker als in der Vergleichsgruppe.

Auch bei den anderen Parametern war die Parodolium®-Gruppe der Placebo-Gruppe überlegen: Nach drei Monaten war die Sondierungstiefe in der Parodolium®-Gruppe tendenziell weniger tief und es blutete bei Sondierung deutlich weniger als in der Placebogruppe.

Von den untersuchten Bakterien nahmen nach drei Monaten insgesamt fünf Leitkeim-Arten stark ab, wobei Parodolium® vor allem bei Treponema denticola und Fusobacterium nucleatum deutlich stärker wirkte. Die Bakterienart Tannerella forsythia war in der Parodolium®-Gruppe nach sechs Monaten immer noch deutlich vermindert. In der Kontrollgruppe war sie zwar nach drei Monaten verringert, hatte sich nach sechs Monaten aber wieder vermehrt. Die Reduktion von Fusobacterium nucleatum in der Parodolium®-Gruppe ist deshalb bedeutsam, weil die Art die Ansiedlung anderer schädlicher Parodontitis-Keime wie Tannerella forsythia und Porphyromonas gingivalis im Biofilm fördert.

Die 10 Leitkeime der Parodontitis

Tannerella forsythia

Porphyromonas gingivalis

Treponema denticola

Prevotella intermedia           

Peptostreptococcus micros   

Campylobacter rectus          

Campylobacter showae        

Fusobacterium nucleatum

Eikenella corrodens  

Actinomyces viscosus

 

Die Studienergebnisse zeigten: Parodolium® mit seinen ätherischen Ölen ist besonders geeignet, eine Parodontitis-Behandlung gezielt zu unterstützen. Betroffene können die Mundspülungen direkt beim Zahnarzt kaufen (Informationen zum Vertrieb in Ihrem Praxis-Shop finden Sie auf www.parodolium.de unter „Fachbereich für Zahnärzte und Apotheker“) oder direkt auf www.parodolium.de bestellen.

Einen angenehmen Nebeneffekt haben alle Parodolium®-Mischungen: Sie sorgen für ein frisches Mundgefühl, schmecken nicht scharf und sind frei von Alkohol.

Keimspektrum bestimmen für die optimale Mundspüllösung

Um die Mundspüllösungen optimal auf die jeweils vorhandenen Bakterien abzustimmen, ist es sinnvoll, das Keimspektrum zu bestimmen. Dazu lässt der Zahnarzt eine Bakterienprobe aus der Zahnfleischtasche in einem Labor untersuchen (z.B. ParoCheck) und über ein Aromatogramm ermitteln, welche ätherischen Öle am besten gegen die Keime wirken. Die Eingabe der Testergebnisse erfolgt unkompliziert auf www.parodolium.de/welche-mundspuelung-passt-zu-mir/. Der Zahnarzt kann die Diagnostik bei einer bestehenden Parodontitis, aber auch bei einem ersten Verdacht auf die Entwicklung einer Parodontitis veranlassen.

Anwendung der Parodolium®-Mundspüllösungen

ü  5 Tropfen einer Parodolium®-Mundspüllösungen werden 1 bis 2 mal täglich in ein Glas Wasser getropft.

ü  Der Patient sollte die Mundhöhle ca. 60 Sekunden spülen und die Lösung dabei durch die Zahnzwischenräume ziehen.

ü  Die Lösung sollte nicht geschluckt werden.

ü  Die Mundspülungen sollten mindestens zwei Monate angewendet werden, eine Anwendungsbegrenzung gibt es nicht.

ü  Parodolium®-Mundspülungen können entsprechend der Herstellerangaben auch in der Munddusche oder im AirFloss verwendet werden.

Abb. 1: Streptococcus sanguinis und Actinomyces viscosus siedeln sich zuerst auf der Zahnoberfläche an. Brückenbakterien folgen und ermöglichen aggressiven Parodontitis-Erregern das Wachstum. Ein voll entwickelter Biofilm streut ständig Erreger in die Umgebung.

Literatur:

1)      Azad MF, Schwiertz A, Jentsch HF. Adjunctive use of essential oils following scaling and root planing - a randomized clinical trial. BMC Complement Altern Med. 2016 Jun 7;16:171

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